Pfarrei
von Anita Irl
Münchner Weihbischof feiert Festgottesdienst zum Gedenktag
„Das Leben der heiligen Anna ist Provokation“
Im Heiligenkalender der katholischen Kirche steht am 5. Oktober der Gedenktag Anna Schäffers. Jede Anna, deren Patronin Anna Schäffer ist, kann an diesem Tag Namenstag feiern und in die gesamte Weltkirche der Heiligen aus Mindelstetten bei Gottesdiensten mit eigenen liturgischen Messtexten gedenken. In ihrer Heimatpfarrei wird dieser Tag immer mit einem Festgottesdienst und einer Lichterprozession zusammen mit zahlreichen Pilgern aus der näheren und weiteren Umgebung besonders gefeiert.
Als Hauptzelebrant und Prediger kam zum diesjährigen Festgottesdienst Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg aus der Erzdiözese München-Freising. Zusammen mit Ortspfarrer Josef Schemmerer, Monsignore Johann Bauer aus Altendorf, Bischöflich Geistlichen Rat Wolfgang Stowasser aus Altmannstein, Pfarrvikar Thomas Arokiasamy aus Steinsdorf und Ruhestandsgeistlichen Johann Bäuml aus Lobsing feierte er die Pontifikalmesse.
Bei der Begrüßung der Gottesdienstbesucher und der Zelebranten brachte Pfarrer Schemmerer seine Freude darüber zum Ausdruck, dass bei diesem Gottesdienst zum ersten Mal ein Bischof aus München in Mindelstetten zu Gast ist.
Er sei heute Abend nicht nur als Hauptzelebrant und Prediger gekommen, sagte der Weihbischof bei seinen Eröffnungsworten, sondern auch als einfacher Pilger, der in seinem Gepäck eigene Anliegen, aber auch die von Bekannten zum Grabe der Heiligen mitgebracht habe.
„Das Leben Anna Schäffers ist eine Provokation. Gerade in der heutigen Zeit, in der vor allem Erfolg, Reichtum und Karriere zählen und Empathie mit Kranken und Notleidenden oft als Schwäche angesehen werde.“, meinte Stolberg in seiner Predigt und fuhr weiter: „Aber auch für eingefleischte Katholiken stellt ihr Leben eine Herausforderung dar, wirft es doch die Frage auf, wie kann Gott Leiden zulassen.“ Mit Blick auf Anna Schäffer, wie diese ihre Leiden mit den Leiden Jesu verbunden hat und so zu einem tiefen Glück und zu Empathie für ihre Mitmenschen gefunden hat gab der Weihbischof abschließend den Zuhörern zwei Sätze mit auf den Weg: „Der Mensch wird dann glücklich, wenn er sein Leben mit Christus verbindet.“, und: „Die Währung des Glücks hat Empathie.“
Mit Dennis Scherer an der Orgel und von Elke Edl, Gabi Hirte und Maria Priemer mit ihren Streichinstrumenten begleitet, brachte der Mindelstettener Kirchenchor die Messe in C-Dur von Josef Kohlhäufl zur Aufführung. Die Gesamtleitung hatte Christina Schmailzl inne.
Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich der Ortspfarrer beim Weihbischof für seine tiefgreifenden Worte der Predigt und bei den Sängerinnen und Sängern, Musikerinnen und Musikern für die erhabene musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Ebenso sprach er allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt haben, seinen herzlichen Dank aus.
Bei der anschließenden Lichterprozession zogen die Gläubigen mit ihren Kerzen vom Kirchplatz aus betend und singend zum Geburtshaus der Heiligen und weiter über den ehemaligen Dorffriedhof zu ihrer ersten Grabstätte. Dabei wurde vom Weihbischof eine Reliquienmonstranz und von einigen Firm-Kindern ein Bild der Heiligen mitgetragen. Zurück in der Kirche versammelten sich Prozessionsteilnehmer mit dem liturgischen Dienst nochmals um die jetzige Grabstätte Anna Schäffers, um ihre Fürbitte für die Anliegen von Kirche und Welt zu erbitten.
Während der Prozession sorgten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr für die Verkehrssicherheit.
