Pfarrei
von Anita Irl
Gebetstag im Diözesanheiligtum der heiligen Anna Schäffer
Zahlreiche Gläubige strömen nach Mindelstetten
Mit einem umfangreichen Programm fand in Mindelstetten wieder der alljährliche Gebetstag zu Ehren der heiligen Anna Schäffer statt. Neben den drei heiligen Messen, der Andacht der Anna-Schäffer-Bruderschaft und mehreren Rosenkränzen, die gemeinschaftlich gebetet wurden, brachte eine Vielzahl von Gläubigen ihre persönlichen Gebete und Anliegen zum Grab der Heiligen.
Dabei konnten die Gläubigen den Gebetstag erstmalig im Diözesanheiligtum der heiligen Anna Schäffer feiern.
Mit den Worten: „Dankbar schauen wir zurück, wie vor einem Jahr unser Bischof die Anna-Schäffer-Kirche zum Diözesanheiligtum erhoben und mit geistigen Gnaden versehen hat“ erinnerte Ortspfarrer Josef Schemmerer an dieses letztjährige Ereignis und lud die Gläubigen ein, diese „geistlichen Schätze“ anzunehmen und auszuschöpfen.
Bereits zum Vormittagsgottesdienst um neun Uhr füllten sich die beiden Kirchen bis auf den letzten Platz, sodass auch auf den bereits aufgestellten Bierbänken auf dem Kirchplatz noch einige Besucher Platz nahmen.
Zu dieser ersten heiligen Messe begrüßte Pfarrer Schemmerer neben den zahlreichen Gläubigen als Hauptzelebrant und Prediger den Stiftsdekan Johannes Hofmann aus Regensburg und als Konzelebranten den Krankenhausseelsorger Ludger Jakob aus dem Bistum Paderborn.
In seiner Predigt meinte der emeritierte Professor für Kirchengeschichte, der jahrelang in der nahegelegenen Pfarrei Theißing als nebenamtlicher Seelsorger wirkte: „Trotz ihres schweren Schicksals konnte Anna Schäffer „Ja“ zu ihrem Leben sagen und bedingungslos an Jesus Christus als den wahren Weinstock festhalten und reiche Frucht bringen. So wurde sie mit einer inständigen Liebe zu Jesus und einer unzerstörbaren Hoffnung auf Jesus beschenkt, die sie bis auf den heutigen Tag an ihre unzähligen Besucher und Verehrer weitergibt.“ Weiter meinte er an die Zuhörer gewandt: „Meine Lieben, auch zu unserem Leben gehören Leiden und Kreuz. Aber Kraft unseres Glaubens dürfen wir uns in unserem gekreuzigten Herrn wiederfinden, der auch für uns von den Toten auferstanden ist.“
Vor dem Schlusssegen bedankte sich Pfarrer Schemmerer beim Stiftsdekan für die Worte der Predigt und lud die Besucher ein, während des Tages die Gelegenheiten zur Beichte wahrzunehmen, das Geburtshaus der heiligen Anna zu besuchen oder im Pilgersaal den Film über ihr Leben anzuschauen. Zur leiblichen Stärkung wurde vor dem Pilgerzentrum Kaffee und Kuchen angeboten.
Kurz vor Elf läuteten die Kirchenglocken wieder und luden zur Messe im außerordentlichen Ritus, die Domvikar Georg Schwager zelebrierte. Der Leiter der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungen der Diözese Regensburg ist auch der Gründer der Anna-Schäffer-Bruderschaft, deren Andacht um 14:00 Uhr stattfand.
Den ganzen Tag über kamen Pilger aus Nah und Fern zum Grab Anna Schäffers, um dort im Gebet zu verweilen. Unter diesen befand sich auch ein Ehepaar aus der Nähe von Darmstadt, die Anna Schäffer sehr verehren und ihre Rückreise von einer Urlaubsfahrt nutzten, um am Gebetstag teilzunehmen. Eine weitere Pilgerin kam aus Wien. Sowohl beruflich als privat ist sie sehr mit der heiligen Anna verbunden, da sie beruflich auf einer Palliativstation arbeitet und privat eine Gebetsgruppe leitet, deren Patronin die Heilige aus Mindelstetten ist. Die meisten Gebetstags-Teilnehmer kommen jedoch aus der Region und den umliegenden Ortschaften.
Darunter auch Fußwallfahrer aus Mendorf und Pförring, die seit Jahren zum Annatag pilgern und rechtzeitig zum Abendgottesdienst auf dem Kirchplatz eintreffen.
Während Kinder und Jugendliche aus der Pfarrei den Rosenkranzpsalter vorbeteten kamen immer mehr Gläubige, sodass die Mitglieder der Feuerwehr weitere Bänke aufstellen mussten.
Derweil versammelten sich vor dem Pfarrhof Bürgermeister Alfred Paulus, Landrat Alexander Anetsberger, Vize-Landrat Bernhard Sammiller, Bezirksrat Alexander Heimisch, Bezirksrat a. D. Reinhard Eichiner, Bürgermeister Jürgen Seitz aus Oberdolling, Altbürgermeister Josef Kundler, Kreisrätin Kathrin Feigl und Kirchenpfleger Michael Förstl. Zusammen mit den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine geleiteten die Vertreter des öffentlichen Lebens Abt Thomas Freihart aus Weltenburg als Hauptzelebranten des Pontifikalgottesdienstes sowie 18 weiteren Priestern zum Altarpodium.
Dort feierte Abt Thomas mit Pfarrer Schemmerer, dem Neupriester Klaus Schürlein und den Konzelebranten zusammen mit einer sehr großen Gottesdienstgemeinde den Abschlussgottesdienst des Gebetstages. In seiner Predigt stellte der Abt Anna Schäffer als Heilige der „kleinen“ Leute, der Kranken und Behinderten vor, die in ihrer einfachen Sprache auch 100 Jahre nach ihrem Tod noch heute zu uns spricht. „Sie lädt uns ein, auch in den ungelösten Rätseln unseres Lebens Gott die Treue zu halten, denn Gott kann auch in den durchkreuzten Zeiten Segen entstehen lassen“, so der Abt. Weiter stellte er Anna Schäffer als Beterin und als Mahnerin für die Achtung der Kranken und Leidenden vor. „Jedes menschliche Leben ist wertvoll und kostbar, vom ersten Augenblick bis zum letzten Atemzug“, führte er aus und schloss seine Predigt mit der Bitte: „Heilige Anna Schäffer bitte für unsere Gemeinden, unsere Familien und für uns alle.“
Am Ende des Gottesdienstes nutzte Ortspfarrer Schemmerer die Gelegenheit, um sich ausführlich für das Gelingen des Gebetstages zu bedanken. Dabei galt sein Dank Abt Thomas für sein Kommen und sein Wort der Predigt, den Mitzelebranten und den Beichtvätern. Des Weiteren bedankte er sich bei allen Helfern beim Altaraufbau und beim Girlanden binden, bei allen, die sich um den Blumenschmuck kümmerten, beim Mesner-Team, bei den Ministranten, dem Kirchenchor unter Leitung von Christina Schmailzl und Denis Scherer an der Orgel, die mit der Messe in C-Dur von Josef Kohlhäufl das Pontifikalamt musikalisch gestalteten, den Fahnenabordnungen der Vereine, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, die den ganzen Tag über im Einsatz waren und den Sanitätern des Bayrischen Roten Kreuzes, die für Notfälle bereitstanden.
Den öffentlichen Rahmen des Gebetstages nutzte der Pfarrer auch, um sich bei Rosemarie Kiluschik und Gerti Eberl zu bedanken. Rosemarie Kiluschik war 30 Jahren als Mesnerin und Floristin für die Pfarrei und die Wallfahrt tätig und musste krankheitsbedingt ihre Arbeit niederlegen. Gerti Eberl war 28 Jahre Pfarr- und Wallfahrtssekretärin und geht in den Ruhestand.
Mit dem Primiz-Segen des Neupriesters, dem Segen des Abtes und dem gemeinsam gesungenen Te Deum endete der Gebetstag.
Auf dem Weg zurück zum Pfarrhof segnete der Abt noch Kinder.
