Leben & Wirken

Seligsprechung

 

Bevor jemand durch die Kirche selig gesprochen wird, prüft eine Theologenkommission das Leben des betreffenden Kandidaten. Wenn ihm der heroische Tugendgrad zuerkannt wird, muss nur noch eine Hürde im Prozessverfahren genommen werden: Es muss eine wunderbare Gebetserhörung vorliegen. Meist ist es eine Krankenheilung, die medizinisch nicht erklärbar ist.

 

Für die Seligsprechung Anna Schäffer wurde folgende Heilung anerkannt, die von Ärzten aus der Heimat des Betreffenden und anschließend von einer römischen Ärztekommission geprüft wurde. Ein junger Mann hatte bei einem Mopedunfall schwere Kopfverletzungen erlitten. Auftretende Gehirnblutungen machten seinen Fall fast aussichtlos. Die Ärzte wagten eine Operation, die der Patient tatsächlich überlebte. Von Anfang an beteten die Eltern und viele Bekannte des Verletzten zu Anna Schäffer und baten um Heilung. Der junge Patient konnte nach 18 Tagen völlig geheilt entlassen werden und zwar ohne jegliche Nach-folgeschäden. Diese Gebetserhörung wurde im Seligsprechungsprozess als ‚Wunder‘, als medizinisch nicht erklärbare Heilung anerkannt.

Am 07. März 1999 war es dann soweit: Anna Schäffer aus Mindelstetten wurde von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen. 

Am Vorabend gab es in St. Paul vor den Mauern einen Vorbereitungsgottesdienst mit dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger. 

Viele Gläubige aus dem Bistum Regensburg und darüber hinaus sind dafür nach Rom gekommen. 

 

Klicken Sie hier um die Predigt von Kardinal Joseph Ratzinger vom Vorbereitungsgottesdienst nachzulesen

Zeremonie der Seligsprechung im Petersdom
Zeremonie der Seligsprechung im Petersdom am 07.03.1999

Heiligsprechung

 

Da die Diözesanleitung nach erfolgter Seligsprechung den Prozess mit dem Ziel der Heiligsprechung Anna Schäffers fortsetzte, musste erneut eine wunderbare Gebetserhörung nachgewiesen werden. Sie ereignete sich bereits wenige Monate nach der Seligsprechung, nämlich im Herbst 1999.

Die betreffende Person litt an einer Leberzirrhose im fortgeschrittenen Stadium und an einer starken Bauchwassersucht. Die Ärzte hatten kaum Hoffnung auf Besserung. Die Patientin betete eine Novene nach der anderen zu Anna Schäffer. Plötzlich merkte sie eine große Kraft in sich und verließ nach sieben Tagen auf eigene Verantwortung die Klinik. Vier Wochen später war das Wasser ganz weg. Die Genesung erwies sich als dauerhaft ohne Rückfall. Diese Heilung wurde im Heiligsprechungsprozess als ‚Wunder‘, als medizinisch nicht erklärbar anerkannt. Sie machte den Weg frei zur Heiligsprechung Anna Schäffers.

Am 21. Oktober 2012 hat Papst Benedikt XVI. in Rom Anna Schäffer zur Heiligen erhoben und sie damit der gesamten Kirche weltweit zur Verehrung empfehlen. Auszug aus der Predigt bei der Heiligsprechung: "Anna Schäffer aus Mindelstetten wollte als Jugendliche in einen Missionsorden eintreten. Da sie aus einfachen Verhältnissen stammte, versuchte sie die nötige Aussteuer für die Aufnahme ins Kloster als Dienstmagd zu verdienen. In dieser Stellung erlitt sie einen schweren Unfall mit unheilbaren Verbrennungen an den Beinen, der sie für ihr ganzes weiteres Leben ans Bett fesselte. So wurde ihr das Krankenlager zur Klosterzelle und das Leiden zum Missionsdienst. Sie haderte zunächst mit ihrem Schicksal, verstand ihre Situation dann aber als einen liebevollen Ruf des Gekreuzigten in seine Nachfolge. Gestärkt durch die tägliche Kommunion wurde sie zu einer unermüdlichen Fürsprecherin im Gebet und zu einem Spiegel der Liebe Gottes für viele Ratsuchende. Ihr Apostolat des Betens und des Leidens, des Opferns und des Sühnens sei den Gläubigen in ihrer Heimat ein leuchtendes Vorbild, ihre Fürbitte stärke die christliche Hospizbewegung in ihrem segensreichen Wirken."

Heiligsprechung auf dem Petersplatz
Heiligsprechung auf dem Petersplatz am 21.10.2012